Autor Thema: Manueller Weißabgleich  (Gelesen 2421 mal)

Offline Oleg

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Manueller Weißabgleich
« am: 29. September 2014 - 16:45:27 »
Hallo,
Bitte, Wie machen Manueller Weißabgleich mit Filter oder Nein? Wie Belichtungszeit?
Meine Kamera Canon 700D Filter Hoya 72R .
Grosse Gruss Oleg
« Letzte Änderung: 29. September 2014 - 16:46:21 von Oleg »
Gruß
Oleg

Offline DecaTec

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Re: Manueller Weißabgleich
« Antwort #1 am: 29. September 2014 - 20:17:18 »
Also manueller Weißabgleich (WB) immer mit Filter. Einfach eine grüne Wiese im Sonnenschein fotografieren, das ist im IR-Spektrum ja weiß. Belichtung soweit ziemlich egal, da kannst du auch den P-Modus nehmen. Danach in der Kamera den WB manuell mit Hilfe des gerade gemachten Bildes einstellen.

Offline zille

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Re: Manueller Weißabgleich
« Antwort #2 am: 30. September 2014 - 17:47:36 »
… eine grüne Wiese im Sonnenschein fotografieren, das ist im IR-Spektrum ja weiß.
Der Ball ist rund, weil er rund ist? Die Grundlage der Beweisführung ist die aufgestellte Hypothese? Abgesehen davon, dass IR-Licht unsichtbar ist und sich somit Farben in diesem Spektrum nur schwer definieren lassen – die Wiese wird neutral weiß, weil darauf der Weißabgleich gemacht wird. Würde man den Weißabgleich auf das rote Feuerwehrauto machen, wäre das weiß (bzw. neutralgrau) – und die Wiese dann nicht mehr. Mit dem Weißabgleich werden also bestimmte freigewählte Farben auf neutralgrau gesetzt. In diesem Fall wird die grüne Wiese.

Belichtung soweit ziemlich egal, da kannst du auch den P-Modus nehmen.
Das ist mehr falsch als richtig. Für die Weißabgleichsmessung nehmen Kameras eine Belichtung vor, die etwa um zwei Belichtungswerte über der normalen Belichtung liegt. Da aber die Belichtungsmessung der Kameras auf das sichtbare und nicht auf das IR-Spektrum geeicht sind, kommen Fehlmessungen regelmäßig vor. Der Weißabgleich schlägt fehl und die Kamera sagt ERROR.
Besser ist demzufolge eine manuelle Belichtungsreihe, bei der solange die Zeit verlängert wird, bis die Kamera über einen gelungenen Weißabgleich berichtet. Ob verwackelt oder nicht, ist dabei egal, denn das Bild selber wird nicht aufgezeichnet. Noch sinnvoller ist, im Rohdatenformat zu arbeiten und auf den Weißabgleich der Kamera weitestgehend zu verzichten. Genauer und bequemer lässt sich das ganze nämlich im RAW-Konverter einstellen.
»Das Vertrackte am Klarmachen des eigenen Standpunktes ist, daß man dadurch zu einem nicht zu verfehlenden Ziel wird.«
Benedictus d'Espinoza (1632 - 1677)

Offline DecaTec

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Re: Manueller Weißabgleich
« Antwort #3 am: 30. September 2014 - 21:06:45 »
Der Ball ist rund, weil er rund ist? Die Grundlage der Beweisführung ist die aufgestellte Hypothese? Abgesehen davon, dass IR-Licht unsichtbar ist und sich somit Farben in diesem Spektrum nur schwer definieren lassen – die Wiese wird neutral weiß, weil darauf der Weißabgleich gemacht wird. Würde man den Weißabgleich auf das rote Feuerwehrauto machen, wäre das weiß (bzw. neutralgrau) – und die Wiese dann nicht mehr. Mit dem Weißabgleich werden also bestimmte freigewählte Farben auf neutralgrau gesetzt. In diesem Fall wird die grüne Wiese.

Wenn man sich bewusst macht, dass eine IR-Aufnahme per se immer eine Falschfarben-Aufnahme ist, dann hast du natürlich recht.
Fakt ist dennoch, dass das Chlorophyll in den Pflanzen IR-Strahlung reflektiert, somit also keiner Farbe zugeordnet werden kann. Der logische Ansatz ist dann, dass man den WB darauf einstellt.
Klar kann man den WB auch anders einstellen, wenn man eine andere Farbgebung auf der fertigen Aufnahme erzielen will. Wie gesagt, IR bedeutet auch immer Falschfarben-Aufnahme.

Das ist mehr falsch als richtig. Für die Weißabgleichsmessung nehmen Kameras eine Belichtung vor, die etwa um zwei Belichtungswerte über der normalen Belichtung liegt. Da aber die Belichtungsmessung der Kameras auf das sichtbare und nicht auf das IR-Spektrum geeicht sind, kommen Fehlmessungen regelmäßig vor. Der Weißabgleich schlägt fehl und die Kamera sagt ERROR.
Besser ist demzufolge eine manuelle Belichtungsreihe, bei der solange die Zeit verlängert wird, bis die Kamera über einen gelungenen Weißabgleich berichtet. Ob verwackelt oder nicht, ist dabei egal, denn das Bild selber wird nicht aufgezeichnet. Noch sinnvoller ist, im Rohdatenformat zu arbeiten und auf den Weißabgleich der Kamera weitestgehend zu verzichten. Genauer und bequemer lässt sich das ganze nämlich im RAW-Konverter einstellen.

OK, hier kann ich nur aus Sicht eines Canon-Users antworten: Bei Canon läuft der manuelle WB so ab, dass du ganz normal ein Foto aufnimmst (also so, als würdest du normal fotografieren). Danach gehst du in die Einstellungen zum manuellen WB und wählst ein bereits aufgenommenes Foto für den WB. Bei anderen Kameras ist die z.T. anders: hier gehst du erst in die Einstellung für den manuellen WB, nimmst dann ein Foto auf (welches nicht wirklich auf der Speicherkarte abgespeichert wird) und die Kamera nimmt dann dieses (temporäre) Foto für den WB.
Das WB-Referenz-Foto wird daher bei Canon nicht mit anderer Belichtung aufgenommen.
Außerdem sind Canon-Kameras bzgl. dieses Referenz-Fotos wenig wählerisch. Ich hatte noch nie ein Foto, das beim einstellen des manuellen WB nicht verwendet werden konnte.

Da der TE wohl eine Canon-Kamera für die IR-Fotografie verwenden möchte, dürfte die Beschreibung wohl ausreichen. Bei Kameras anderer Hersteller mag das natürlich wieder anders aussehen.

Offline zille

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Re: Manueller Weißabgleich
« Antwort #4 am: 01. Oktober 2014 - 17:07:34 »
Fakt ist dennoch, dass das Chlorophyll in den Pflanzen IR-Strahlung reflektiert …
Ne, das ist kein Fakt, das ist ein Mythos. Ganz im Gegenteil, das Chlorophyll hat mit der hellen Abbildung von Laub und Gras nicht das Geringste zu tun. Da das Chlorophyll keine Sonnencreme benutzen oder eben mal in den Schatten ausweichen kann, wenn die Sonne wieder erbarmungslos brennt, hat die Natur einen anderen Schutz vor dem langwelligen und dadurch tief eindringenden IR-Licht organisiert. Das Chlorophyll ist für dieses Spektrum transparent und lässt IR-Licht ohne Reaktion passieren – und kann nur deshalb keinen Wärmetod erleiden.
Die helle Abbildung kommt vielmehr von der Reflexion am in den Blättern enthaltenen Wassertröpchen. Frisches Blattwerk im Frühjahr und Frühsommer stellt den Wood-Effekt viel besser dar, als das Laub im Herbst. Denn da sind die Lebensprozesse schon reduziert, und Wasser in geringerem Umfang als im Frühjahr in den Blättern vorhanden.

Der logische Ansatz ist dann, dass man den WB …
… immer auf den Bereich einstellt, den man neutralgrau (Weiß ist nur ein besonders helles und Schwarz ein besonders dunkles Grau) haben möchte. In der IR-Fotografie ist es häufig ein Bereich, in dem frisches Pflanzengrün zu sehen ist. Das ist aber nur nach selbstgewählter Definition so und nicht weil Chlorophyll im IR-Licht (zumindest nicht für den visuellen Effekt ausreichend) weiß würde.

… eine IR-Aufnahme per se immer eine Falschfarben-Aufnahme ist …
Da es in der Fotografie bisher noch nie gelungen ist, Farben aufzunehmen und diese deshalb immer erst im Nachhinein per Berechnung (oder besonderer Technologie in der analogen Filmentwicklung) in die Datei gebracht werden, es sich somit immer um erfundene Farben handelt, wäre als erstes zu klären, was die richtigen Farben sind. Sind es die, die der Nikon-Ingenieur berechnet hat? Oder die der Firma Pentax? Sicher ist nur, dass die Canon-Farben …
Soll heißen, man kann nicht nur, man muss Farben einstellen. Wenn man es nicht selbst macht, dann übernimmt man kritiklos irgendeinen Algorithmus, der von einem Techniker in Japan, China oder Indien festgelegt wurde.
Es ist schon erstaunlich, dass diese klugen Menschen schon vor Jahren wussten, was wir heute darstellen wollen.  :respect:
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Offline Oleg

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Re: Weißabgleich
« Antwort #5 am: 01. Oktober 2014 - 21:18:22 »
Hallo zusammen,
Ich wochne in Russland , Stadt Kursk
  Ich suhe im Internet  veile Zeit  info uber Weißabgleich , aber alles keine gut
Hier im Forum sehr klasse, Sie viele  wissen 
das ist sehr interesant Ihre  Information, Ich  viel weißе uber  Weißabgleich!  :danke:
Vielen Dank! :)
Ich habe eine Frage -  RAW und keine problem Weißabgleich ?  Oder besser Manuell Weißabgleich und JEPG ?
 Ich habe keine Gut Deutsch - entschuldigen  :bitte:
Gruß
Oleg

Offline DecaTec

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Re: Weißabgleich
« Antwort #6 am: 02. Oktober 2014 - 06:49:38 »
Ich habe eine Frage -  RAW und keine problem Weißabgleich ?  Oder besser Manuell Weißabgleich und JEPG ?

In der IR-Fotografie hast du meist einen sehr hohen Kontrastumfang. Daher fotografiere ich ausschließlich in RAW, hier hat man dann doch mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung.
Gerade bei RAW könntest du auf den manuellen WB verzichten und diesen später nur in der Nachbearbeitung setzen, bei JPEG wird das vielleicht problematisch. Trotzdem schadet ein manueller WB auch bei RAW-Aufnahmen nicht.