Autor Thema: Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche  (Gelesen 2630 mal)

Offline KwieKatze

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Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche
« am: 14. Dezember 2014 - 22:20:24 »
Guten Abend,

kurz vorweg: In der Infrarotfotografie habe ich bisher keinerlei Praxiserfahrung. Mein bisheriges Wissen habe ich mir aus dem Internet zusammengesucht. Jedenfalls habe ich gestern meinen Hoya R72 Infrarotfilter erhalten und bin damit heute erstmals mit meiner D800 und dem 24-70mm losgezogen, da heute strahlend blauer Himmel war.

Zum eigentlichen Problem: Egal wie ich meine Probeaufnahme (Bild 1) bearbeite, am Ende nach dem Kanaltausch erhalte ich immer ein blaustichiges Ergebnis (Bild 5). Meine Arbeitsschritte orientieren sich dabei an die Tipps, die überall im Internet nachzulesen sind. Ich führe einen Weißabgleich über Camera Raw durch, indem ich auf eine helle Fläche klicke, die im sichtbaren Licht grün ist (Bild 2). Dannach verwende ich die automatische Tonwertkorrektur (Bild 3) und führe den Kanaltausch durch (Bild 4 und 5).



Ich habe keine Ahnung wo der Fehler liegt. Könnt ihr mir weiterhelfen?

Offline KwieKatze

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Re: Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche
« Antwort #1 am: 15. Dezember 2014 - 11:55:30 »
Moin,

nach einiger Recherche habe ich die Lösung für das Problem schließlich selbst herausgefunden. Wer das gleiche Problem hat und noch auf der Suche nach der Lösung ist, der sollte sich folgende Links genauer aufmerksam durchlesen: Link 1, Link 2

Offline zille

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Re: Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche
« Antwort #2 am: 15. Dezember 2014 - 15:54:30 »
Auch wenn Du uns nicht an Deiner Lösung teilhaben lassen willst ist es natürlich schön, dass Du eine gefunden hast.
Wahrscheinlich war es gar nicht so schwer. Da Du beim Kanaltausch Rot mit Blau tauschst, muss logischerweise alles blau sein, was vorher rot war. Bedingt durch den roten Hoya R72 Filter sind die Bilder immer rot – ja, was könnte man da anderes erwarten?!? Ich habe gegen den doof aussehenden Blaustich auch eine Lösung gesucht und mache seither grundsätzlich keinen Kanaltausch. Ein bisschen Aufwendiger in der Nachbearbeitung, aber mir gefällst so am besten …

Was Deine Links angeht …
Zur Kameraprofilierung mit DNGProfiler kann man auch hier im Forum prima nachlesen. Das haben wir schon vor dem FotoTV gewusst. :-) Und bei Holger Bredel fand ich schon beim bloßen Überfliegen des Artikels mehrere Fehler. Auch wenn er das Thema sehr vereinfacht und komprimiert hat – empfehlenswert finde den Aufsatz deshalb nicht.
»Das Vertrackte am Klarmachen des eigenen Standpunktes ist, daß man dadurch zu einem nicht zu verfehlenden Ziel wird.«
Benedictus d'Espinoza (1632 - 1677)

Offline KwieKatze

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Re: Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche
« Antwort #3 am: 15. Dezember 2014 - 18:52:19 »
Meine Lösung für das Problem war der DNG-Profile-Editor, ich dachte das würde aus meinem Beitrag hervorgehen. Damit klappt es schon deutlich besser.

Darf ich fragen wie du deine Bilder so ohne Kanaltausch bearbeitest? Arbeitest du mit mehreren Aufnahmen, die du anschließend zusammenfügst? Sie gefallen mir jedenfalls sehr gut ;)

Offline zille

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Re: Blaustich nach Kanaltausch - Fehlersuche
« Antwort #4 am: 18. Dezember 2014 - 00:16:16 »
Die Forderung eines Kanaltauschs ist so eine Sache, die sich verselbstständigt hat. Wie auch das Gerücht, das durch wiederholtes Speichern einer JPG-Datei diese immer schlechter würde. Oder das Märchen von der Brennweitenverlängerung und das die Größe des Aufnahmesensors die Schärfentiefe beeinflussen würde. Alles lediglich von Halbwissenden verbreitete »Weisheiten«, bei denen an entscheidenden Stellen nicht hinzunehmende Kürzungen vorgenommen wurden.

Beim Kanaltausch war die Idee, den roten Himmel mit einem eher blauen zu tauschen. Man wollte also eine für falsch empfundene Farbe gegen eine Gefälligere tauschen. Mit der Überlegung, dass in der Fotografie noch nie Farben aufgezeichnet werden konnten, dass die Farben in der analogen wie auch in der digitalen Fotografie immer erst nach dem eigentlichen Aufnahmeprozess von der jeweiligen Technologie nachempfunden werden, kommt die Erkenntnis, dass man auf die offensichtlich falsche Himmelsfarbe als Grundlage für die Korrektur verzichten kann. Man kann die geeignete Farbe selbst erfinden und muss sich nicht Fehlern orientieren.

Wenn ich also den Himmel blau haben möchte, wird der einfach blau angemalt. Soweit ganz einfach, etwas schwieriger ist nur die Grenze zu finden zwischen dem was Himmel ist und dem, was nicht mehr blau sein soll. Das aber ist schlichtes Handwerk, ist die mehr oder weniger geschickte Auswahltechnik und viel Geduld. Nix Zauberei. :-)

Die in der Galerie gezeigten Panoramen sind jeweils etwa 8 bis 10 mit einander verbundene Hochformataufnahmen, bei denen das Blau im Himmel mittels Ebenentechnik eingeblendet wird.
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